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Im Frühjahr 2001 saß ich auf einer Bank am Kneippbecken vor dem Lauinger Altenheim und sinnierte, dass man von den vielen alten Menschen in Lauingen, außer ein paar Hundebesitzern, hier kaum jemanden sieht und wie man sie wohl rauslocken könnte.
Da kam mir die Idee von einer farbenfrohen, lebensgroßen Oma-Skulptur, die auf dieser Bank in einer ganz aufrechten, dynamischen Haltung sitzen sollte, mit einem ausladenden gelben Hut mit Blumen darauf.
Ich hatte richtig Spaß an der Idee, aber es war mir völlig klar, dass ich keine lebensgroßen Figuren machen kann, die ja in keinen Töpferofen passen.
In den nächsten Monaten hatte ich plötzlich keine Freude mehr am Töpfern, weil mich diese Idee dauernd verfolgte. Schließlich stieß ich auf einen Kurs „Gittertechnik für Großplastiken“ und lernte Schweißen.

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Im Winter konnte ich endlich anfangen, meine Oma aus (6er Baustahl) Eisen zu biegen und zu schweißen.

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Die Eisen-Oma wurde zuerst mit Hasendraht, dann mit Jute, danach wieder mit Hasendraht bespannt. (Der Hasendraht hält die weiche Jute und die Jute den Putz.)

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Anschließend wurde sie verputzt, bemalt und lackiert.

Ich hatte zwar längst meinen Künstlernamen gefunden, aber noch nicht den Mut, öffentlich als Künstlerin in Erscheinung zu treten. Aber die Sprudelquell-Oma sollte am Kneippbecken sitzen, um die alten Leute rauszulocken.


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Also lieh ich mir einen Rollstuhl und fuhr meine Oma nachts um ½ 2Uhr über das Kopfsteinpflaster durch Lauingen zur Kneippanlage. In dem Zufluss zum Kneippbecken neben der Bank installierte ich eine Pumpe. Die Oma bekam einen Gartenschlauch in die Hand, mit dem sie über den Weg ins Becken spritzen sollte.
 
Neben die Oma kam ein Schild:
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In der gleichen Nacht kam das Hochwasser. Morgens nahm die Oma ein Fußbad in der Donau, nachmittags saß sie bis zur Hüfte im Wasser, abends bis zur Brust.
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Das war eine spannende Geschichte. Kaum war die Oma aufgetaucht, ist sie wieder abgetaucht.

Ich konnte alles nur aus der Ferne beobachten, aber anfangs hat die Sprudelquell-Oma tatsächlich viele; Menschen angezogen .Ich sah oft alte Leute ganz zufrieden neben ihr sitzen.

In den nächsten Wochen wurde sie immer wieder von Rowdies beschmiert (und von netten Passanten wieder gesäubert) und beschädigt (und von mir nachts repariert) und schließlich schwer beschädigt ins Kneippbecken geworfen.


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Nach einer Runderneuerung im Nachbargarten.


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Da sie im Freien ständig beschädigt wurde, aber für Lauingens alte Menschen gemacht war, schenkte ich sie im Dezember 2003 den Bewohnern des Lauinger Altenheims.